Wie wird sich die neue Marke Optimo in der preislichen Positionierung von der Marke Laufenn unterscheiden?
Claus Gömmel: Die Marke wird sich knapp unterhalb von Laufenn bewegen.
Beide Marken sind also im Economy- bzw. Tier 2-Segment angesiedelt. Bedeutet das, dass Optimo das neue Hankook-Angebot für das Budget-Segment ist?
Claus Gömmel: Die einzelnen Märkte in Europa haben eine gewisse Flexibilität was die Positionierung am Markt betrifft. Optimo wird sich unterhalb von Laufenn, aber noch im Tier-2-Segment befinden.
Optimo soll insbesondere in Märkten und Vertriebskanälen mit ungenutztem Potenzial helfen. Könnten Sie das konkretisieren, welche Märkte und Kanäle das in Deutschland für Sie sind?
Claus Gömmel: Hier geht es einerseits um Märkte, in denen wir insgesamt als Hankook-Konzern noch Potenziale ausschöpfen können und anderseits um Segmente, in denen wir Wachstumsmöglichkeiten sehen. Laufenn bietet ein breites Portfolio, deckt Lkw- und Van-Reifen genauso ab wie viele UHP-Größen im Pkw-Bereich. Die Vermarktung von Laufenn bezieht außerdem den Endkunden stärker mit ein. Für Optimo setzen wir einen Schwerpunkt auf B2B, die Vermarktungsstrategie ist eine deutlich andere.
Sehen Sie zukünftiges Wachstum hauptsächlich im mittleren oder unteren Marktsegment und nicht mehr im Premiumsegment?
Claus Gömmel: Mit Optimo bieten wir unseren Partnern eine weitere Alternative, die sich von Hankook und Laufenn unterscheidet. Dies bietet zusätzliches Potenzial und stützt gleichzeitig die Position der bestehenden Marken. Trotz der etwas angespannteren Lage in der Automobilindustrie sieht Hankook auch weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten im Premiumsegment.
Welche Vorteile sehen Sie grundsätzlich in einem Mehr-Marken-Angebot im Vergleich zum bisherigen Zwei-Marken-Angebot bei Hankook?
Claus Gömmel: Eine Differenzierung im Markenportfolio kann die Möglichkeit bieten, Marktbedürfnisse besser abzudecken, zum Beispiel durch unterschiedliche Vertriebs- und Preisstrategien.
Inwiefern hilft die Erweiterung des Hankook Markenportfolios auch dem Reifenhandel in Deutschland?
Claus Gömmel: Das wäre vielleicht etwas zu großspurig, hier gleich den gesamten Reifenhandel als Profiteur zu sehen, allerdings können Marken, die sich bewährt haben, zur Sicherung eines gewissen Qualitätsstandards beitragen, was das Vertrauen in den Reifenhandel langfristig stärkt.
Stammen die neuen Optimo-Reifen, die in Deutschland vermarktet werden, aus der Hankook-Fabrik in Ungarn? Oder wo werden sie ansonsten produziert?
Claus Gömmel: Unsere Fabrik in Ungarn ist nur eine von weltweit acht Fabriken, die alle hochwertige Reifen mit strengen Qualitätskontrollen nach unserem lndustrialisierungsstandard produzieren. Mit der Produktionsstätte in Europa decken wir weiterhin eine hohe Nachfrage der Erstausrüstung ab und produzieren aktuell einen Großenteil unserer Hankook-Reifen für das Premiumsegment im europäischen Markt. Die Produktion unserer Optimo-Reifen läuft gerade erst an und je nach Bedarf können wir diese in unterschiedlichen Standorten abrufen. Aktuell startet diese vorerst in Übersee.
Aktuell geht es nur um die Einführung von Pkw-Reifen. Wie sieht der Plan bei Nfz-Reifen aus? Giobt es hierfür auch schon Pläne?
Claus Gömmel: Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht vorgesehen, mit Optimo in den Nutzfahrzeugmarkt einzusteigen.